Samstag, 5. November 2011

Anonymous: Gelungener Marketingtag 5. November - Wahrheit oder nicht?

Am 5. November 1605 wollten der katholische Fanatiker Guy Fawkes und einige Mitverschwörer als Protest gegen die Ächtung ihrer Konfession das Londoner Parlament in die Luft sprengen, den englischen König James I. und die anwesenden Parlamentarier töten. 36 Fässer mit Schießpulver schafften sie in einen Raum unter dem Parlamentsgebäude. Der Terroranschlag flog auf, Guy Fawkes wurde verhaftet, verurteilt und hingerichtet.
Und der 5. November ist der Großkampftag von Anonymous, der führungslosen Bewegung, deren Mitglieder in der Öffentlichkeit mit einer Guy-Fawkes-Maske auftreten und sich für freien Datenfluss, Redefreiheit und gegen Zensur einsetzen.
Nun gab es einige angebliche Aktionen oder perfekt gelenktes Marketing:

FACEBOOK
Mitglieder von Anonymous haben den für den 5. November 2011 geplanten Angriff auf Facebook als Werk eines Verwirrten bezeichnet und seinen vollen Namen und seine Adresse offengelegt. "Ein verwirrter Sonderling namens Anthony aus den USA in Ohio" habe eine "imaginäre Operation Facebook" angekündigt und wiederholt als gemeinsame Aktion von Anonymous dargestellt. "Obwohl wir ihm mehrfach unmissverständlich klargemacht haben, dass wir die Operation nicht unterstützen", habe er weiter daran festgehalten. Das soziale Netzwerk Facebook sei für Anonymous eine Kommunikationsplattform und kein Ziel für einen direkten Angriff, auch wenn die Datenspeicherung kritisiert wird. "Er ist gegen Anonymous und wird zu unserem Gegner, weil er versucht, unsere Bewegung zu stören." Deshalb habe Anonymous den Initiator von Operation Facebook gehackt und den vollen Namen, die Adresse und die Telefonnummer von Anthony veröffentlicht.
Wie das US-Branchenmagazin Cnet unter Berufung auf Quellen bei Anonymous berichtet, war bereits seit längerer Zeit klar, dass das Kollektiv nicht hinter der Aktion steht. Im August 2011 wurde die Operation Facebook zur Vernichtung des sozialen Netzwerks erstmals angekündigt.

DROGENMAFIA MEXIKO
„Wir vergeben nicht. Wir vergessen nicht. Sie haben einen großen Fehler gemacht, als sie einen von uns mitgenommen haben!“ Mit diesen Worten zog „Anonymous“ in den Kampf gegen eines der mächtigsten Drogenkartelle der Welt. In einem Video, das die Hacker im Internet veröffentlichten, setzten sie den Drogen-Gangstern eine Frist bis zum 5. November, um die Geisel freizulassen. Als Warnsignal stellten die Aktivisten bereits den ehemaligen mexikanischen Staatsanwalt und politischen Berater Gustavo Rosario auf dessen eigener Webseite bloß. Laut dem mexikanischen Fernsehsender „Televisa“ hat die Drohung gewirkt: Ein Anonymous-Mitglied soll die Freilassung über den Nachrichtendienst Twitter verkündet haben.
„Anonymous“ hatte gedroht, die Daten aller Zeta-Informanten preiszugeben: „Wir wissen wer sie sind und wo sie sind.“ Die Folgen für „Los Zetas“ wären fatal gewesen: Ihre Informanten, unter denen auch Politiker, Journalisten und Polizisten sein sollen, wären anderen Drogenkartellen ausgeliefert gewesen. Der Drogenkrieg in Mexiko hätte sich noch weiter zuspitzen können. Davor knickte das Drogenkartell, das sonst keine Skrupel kennt, angeblich ein.
Bereits im August verteilten Anonymous-Aktivisten Flyer, in denen sie die lokale Regierung der Korruption bezichtigten. Regierungsmitgliedern wird dort seit Langem eine Verbindung mit der Mafia nachgesat. Anfang September wurden die Leichen zweier Onlineaktivisten an einer Brücke hängend gefunden. Bei ihnen fand man die Nachricht, dass sie aufgrund ihrer Online-Kritiken an den Zetas getötet wurden.

(Quelle: stern.de / focus.de)

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